Bestattung

Der Tod, besonders eines nahen Angehörigen, löst in uns Gefühle nicht gekannter Intensität aus. Sie reichen von Trauer über Angst und Verwirrung bis hin zu Schock, Wut und Verständnislosigkeit. Manchmal sind wir aber auch erleichtert, weil der Tod eine Erlösung von langem Leiden gebracht hat. Und auch diese Erleichterung empfinden wir nicht selten als verwirrend, gestehen sie uns nicht zu, haben Gewissensbisse deswegen. Und vielleicht haben wir auch Gewissensbisse, weil wir meinen, im Leben mit dem Verstorbenen etwas versäumt, etwas falsch gemacht zu haben.

Tod und Auferstehung

Im christlichen Glauben ist aber die Überzeugung, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist. Vielmehr glauben Christen und Christinnen, dass sie im Leben und Sterben und jenseits von Zeit und Raum von Gott und seiner Liebe umfangen sind und bleiben (das ist, wenn Sie es nachlesen wollen, sehr schön in einem Lied im Evangelischen Gesangbuch, in der Nr. 533, ausgedrückt).

Die Verstorbenen kehren zu Gott zurück; bei ihm sind sie auch noch im Tod gut aufgehoben. Das Zeichen hierfür ist das Kreuz Jesu, des Sohnes Gottes, der für uns alle durch die größten Schmerzen und einen qualvollen Tod hindurch auferstanden ist zu Gott.

Anmeldung und Gespräch

Ein Bestattungsinstitut finden Sie im Telefonbuch in den Gelben Seiten oder im Internet.

Wenn Sie eine christliche Bestattung wünschen, melden Sie sich am besten in dem für Sie und ihren Wohnsitz zuständigen evangelischen Pfarramt (die Telefonnummer finden Sie unter Kirchen/Evangelische/Pfarrämter im Telefonbuch).

Dort wird man Ihnen auch noch einmal sagen, was Sie sonst noch bedenken müssen und welche Unterlagen nötig sind.

Der Pfarrer/die Pfarrerin wird einen Gesprächstermin mit ihnen vereinbaren, in dem es unter anderem um den Bestattungsspruch für die Traueransprache und die Bestattung, aber auch um eventuelle Wünsche des Verstorbenen geht.

Sie können in diesem Gespräch alle Ihre Fragen, Wünsche und Ängste mitteilen und sicher sein, dass sie vom Pfarrer/von der Pfarrerin ernst genommen werden.

Voraussetzungen

Voraussetzung für eine kirchliche Bestattung ist die Mitgliedschaft des Verstorbenen in der Evangelischen Kirche. In Ausnahmefällen kann es aber stattdessen auch genügen, wenn sicher davon ausgegangen werden kann, dass der Verstorbene den Wiedereintritt geplant hatte oder dass er/sie, obwohl Mitglied einer anderen Kirche, aus überzeugenden und besonderen Wünschen, evangelisch bestattet werden wollte.

Eine kirchliche Bestattung ist im übrigen auch im Falle eines Selbstmordes möglich, denn Gott ist auch in der tiefsten Verzweiflung immer an unserer Seite. Andererseits macht gerade die Bestattung deutlich, dass Gott auch Herr über Leben und Tod ist und bleibt.

Bestattungsformen

Wir unterscheiden zwischen der Erdbestattung, bei der nach einem Trauergottesdienst in der Kirche bzw. Kapelle der Sarg zum Grab gebracht wird, wo die Bestattung stattfindet, und einer Feuerbestattung.

In Fall einer Feuerbestattung geht eine Trauerfeier voraus. Nach einigen Tagen folgt die Urnenbeisetzung in einem Grab oder einer Urnenwand. Anders als bei den Bestattungsinstituten fallen in der Kirchengemeinde für Sie keine zusätzlichen Kosten an (evtl. ist ein kleiner Betrag für Organisten oder Musiker nötig).

Umgang mit Trauernden

Haben Sie keine Berührungsängste und zwingen Sie sich nicht zu Trost in trostlosen Augenblicken. Versuchen Sie dann einfach mitzutrauern, die Trauer auszuhalten, Mut zum Weinen und Klagen zu machen.

Mehr und mehr wird auch dazu geraten, Kinder nicht von der Erfahrung von Tod und Sterben fernzuhalten, sie auch zur Bestattungsfeier selber mitzunehmen.

Die Zeit danach

In vielen Gemeinden und Dekanaten der EKHN werden Trauergruppen angeboten, in denen Menschen, die einen Angehörigen, einen geliebten Menschen verloren haben, auch in der Zeit nach der Bestattung mit ihren Ängsten, Sehnsüchten, ihren Wünschen und ihren Erlebnissen zusammenkommen und sich austauschen.

Mehr zum Thema

Links zum Thema Trauerbegleitung finden Sie hier auf der Homepage.

Auf der Homepage der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau finden Sie u.a. eine Checkliste.

Auf der Homepage der EKD finden Sie einen Vorschlag für eine christliche Patientenverfügung im Falle langer schwerer Krankheit.

Schauen Sie auch unter: www.trauerseelsorge.de und www.trauernetz.de.